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Polynesische Einbäume - eine uralte Kunst


20/01/2022
pirogue polynésienne

Eine Kreuzfahrt nach Tahiti ohne eine Fahrt mit polynesischen Einbäumen zu beginnen, würde bedeuten, einen wesentlichen Teil der lokalen Kultur zu verpassen: Für dieses Volk, das zahlreiche Inseln im Pazifik besiedelt hat, ist die Navigation eine Kunst – vor allem durch ihr «Va’a» mit seinem charakteristischen Profil, das für verschiedene Zwecke (Fortbewegung, Angeln oder Sport) bestimmt ist…

Das Schaukelprofil der polynesischen Einbäume

Der polynesische Einbaum, das «va’a» oder «outrigger canoe», zeichnet sich durch ein Pendel aus, das durch zwei Holzarme, die mit Gummistreifen verbunden sind, mit dem Rumpf verbunden ist. Die Männer bewegten das Boot mit einem Holzpaddel, das ein leicht nach vorne geneigtes Blatt hatte. Als hervorragende Segler hatten sie erkannt, dass die Doppeleinbäume aufgrund ihres geringen Tiefgangs schneller waren als die Einrümpfer der westlichen Welt.

Der Einbaum mit Schaukel war der wichtigste Gegenstand der Polynesier und ermöglichte es ihnen, von Insel zu Insel zu reisen (tägliches Transportmittel) und auf dem offenen Meer zu fischen. Jedes Besatzungsmitglied hatte eine bestimmte Aufgabe, wie z. B. Tag und Nacht das Wasser abzuschöpfen, um die Rümpfe wasserdicht zu halten, oder die Pandanusmatten und ihre Befestigungen zu pflegen (eine minutiöse Aufgabe für die Frauen).

Eine uralte Bauweise, die zum Sport geworden ist

Die Konstruktion des polynesischen Einbaums wurde aus pflanzlichen Materialien (Seile aus Kokosfasern, Holz, Muscheln, Knochen usw.) hergestellt, wobei der Rumpf aus sehr großen, geraden Bäumen mit entsprechenden Eigenschaften gefertigt wurde. Das Großsegel wurde aus Pandanusblättern hergestellt. Jede Konstruktion wurde von Hohepriestern begleitet, deren Aufgabe es war, die Götter anzurufen, um sie zu segnen und zu schützen.

Heute unterliegt dieser traditionelle und heilige Einbaum strengen Vorschriften bezüglich der zu verwendenden Materialien, um sein ursprüngliches Aussehen zu bewahren. Um die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, erscheint das Boot Faafaite („Wiedergeburt“) bei den großen kulturellen Veranstaltungen der Polynesier und ermöglicht ihnen, sich wieder mit dem Mana („heilige Kraft“) des Ozeans zu verbinden und sich die alten Navigationstechniken wieder anzueignen.

Va’a ist aber auch zu einem Sport geworden, der sich um zwei Arten von Wettkämpfen dreht: Segelfans machen entweder die Geschwindigkeitswettbewerbe in der Lagune über 500 bis 1500 m oder die Hochseerennen über 30 bis 150 km. Zu den emblematischen Wettkämpfen dieser Sportart gehören die Tahiti Nui Va’a, die Molokai Hoe und die Hawaii Nui Va’a.


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